Ich habe fertig! - Der Durchgespielt-Thread

Daddlefield

Rar, aber gut
Jetzt komme ich mal wieder mit etwas "leicht" Älterem: Ich habe gestern zum ersten Mal Day of the Tentacle durchgespielt! Ein Spiel, dass ich schon immer spielen wollte, für das ich mir aber nie wirklich die Zeit genommen habe.

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Von Vielen wird das Game als Peak-Adventure angesehen. Hintergrund ist, dass es eines der letzten Spiele auf Basis des "Verben"-Systems ist, bei dem man die Aktionen aus einer Liste auswählt und dann auf die anderen Charaktere und Gegenstände anwendet. In der Remastered-Version ist dies ersetzt durch ein kontextsensitives Auswahlrad, das man einblenden kann. Zumindest, wenn man in der modernen Ansicht spielt. Man kann nämlich jederzeit in die klassische Ansicht wechseln, dann ändert sich nicht nur die Grafik in die alte Form, auch die Oberfläche ist dann wieder klassisch.

Ich habe hauptsächlich in der modernen Variante auf dem Steam Deck gespielt, aber immer mal wieder in die klassische Sicht gewechselt. Das Schöne an der Möglichkeit ist, dass man einen Eindruck davon bekommt, wie gut das Remaster den Stil und die Stimmung des Originals abbildet. Und das ist bei dem Spiel sehr gelungen! Nicht nur Grafik, auch Animationen, Sounds und Musik wurden achtsam modernisiert und fügen sich zu einem angenehmen Gesamterlebnis zusammen.

Und das Spiel an sich ist wirklich ein Traum für Adventure Fans! Die Mechaniken bezüglich der Zeitreise, die Kombinationsmöglichkeiten, die einzelnen Storystränge: Das ist einfach großartiges Design! Der Humor ist dabei allgegenwärtig und auch Anspielungen an Dinge innerhalb und außerhalb der Gamingwelt zauberten mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Bei all der Abgedrehtheit sind die Rätsel an sich sehr logisch aufgebaut. Ich hatte mir extra vorgenommen, keinerlei Lösung zu nutzen und habe trotzdem bis auf zwei Situationen mit Nachdenken und Ausprobieren alles herausgefunden. (Die zwei Situationen: mir fehlte der letzte kleine Schritt, um ungestört an das Videosystem zu kommen
Das Schieben von Edna
und ich brauchte Hilfe, um an die Maus im Dachboden zu kommen
weil ich nicht auf die Idee mit dem Austausch der Matrazen kam, um genug Zeit von der Katze zum Einpacken der Maus zu bekommen
) Und wenn selbst ich das schaffe, ist das schon ein sehrt gutes Zeichen für das Rätseldesign.

Insgesamt liest man es vermnutlich schon raus: Ich bin sehr begeistert von dem Spiel. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich das nicht schon viel früher ausführlich gespielt habe. Ich bin aber froh, dass ich es genau so angegangen bin, wie beschrieben. Durch möglichst wenig Hilfe durch Walkthroughs etc erlebt man gerade die Adventures deutlich intensiver. Falls es also noch Jemanden gibt, der das nicht gespielt hat: Macht es!

Mal schauen, was ich als Nächstes angehe. Vielleicht die Monkey Islands? Hm...
 

Daddlefield

Rar, aber gut
Schon wieder ein Eintrag von mir. Man könnte sich fast um mein Backlog Sorgen machen. Aber alles gut, das wächst und gedeiht weiter.

Trotzdem habe ich am Wochenende Star Trek Resurgence beendet. Als Fan des 90er Star Treks, der auch die alten Telltale-Games mochte quasi ein Selbstgänger. Dabei hat es mir das Spiel nicht einfach gemacht. Der Start ist ruhig, man lernt erst einmal die beiden Charaktere, die man während des Spiels wechselnd spielt, auf dem Weg zum bzw. auf dem Schiff Resolute kennen. Da ist zum Ersten der neue erste Offizier Jara Rydek, die den Posten neu antritt und Captain und Crew von ihrer Arbeit überzeugen muss. Zum Anderen spielen wir Carter Diaz, einen Ingenieur der Lower Decks, der nach mehr strebt, aber auch nicht überambitioniert ist.

Beiden Charakteren ist gemein, dass es am Anfang viel um zwischenmenschliche Aufgaben geht. Man wählt genretypisch aus Gesprächsoptionen und ändert damit die Verbindungenau anderen Charakteren auf dem Schiff ins Positive oder Negative. Das ändert sich natürlich und man kommt auch bald in den Genuss von actionreicheren Szenen. Da muss ausgewichen werden, Knöpfe gedrückt werden, mit dem Tricorder gescannt werden und mit dem Phaser gekämpft werden. Und das alles in wechselnder Reihenfolge und immer unterbrochen durch lange Zwischensequenzen.

Wobei die wirklich den Haupteil einnehmen. Das Spiel ist eher ein interaktiver Film als eine Herausforderung für den Spieler. Und darin wirklich gut. Die Geschichte ist toll erzählt, es gibt für Trek-Fans mehrere nette Wiedersehen, man hat - typisch für das 90er Trek - immer wieder laute und leise Momente. Auch das eigene Gewissen wird immer mal wieder auf die Probe gestellt.

Ich fand das Spiel richtig schön. Trotz der ziemlich ollen Technik (Grafik wirkt manchmal toll, manchmal wie aus den 90ern, Musik spielt zum Teil random, es fühlt sich insgesamt manchmal hakelig und unfertig an), konnte ich das Spiel mit seiner Geschichte und seinen Charakteren genießen! Empfehlung für alle Trekkies, alle Fans des Genres können aber auch mal reinschauen.
 

Daddlefield

Rar, aber gut
Was ist hier los? Spielt ihr eure Spiele etwa nicht mehr durch? Oder seid ihr nur zu schnell beim nächsten, so dass keine Zeit für einen kurzen Bericht bleibt? Selbst Schuld, so müsst ihr mit meinen Berichten Vorlieb nehmen. (was sehr ungewöhnlich ist. Normalerweise schaffe ich maximal ein Spiel pro Jahr :dogge: )

Heute habe ich auch nur ein (erstaunlich) kleines Spiel am Start: Kirby's Dream Land auf dem Gameboy. Und was soll man schreiben: Es ist ein Kirby-Spiel. Meine eigene Kirby-Geschichte fing seinerzeit mit Kirby's Adventure auf dem NES an. Seitdem bin ich Fan der kleinen rosa Kugel. Die Spiele waren immer sehr einfach und so genau das richtige für einen entspannten Nachmittag. Eine zentrale Mechanik war für mich dabei immer das Einsaugen von Gegnern und das Übernehmen von deren Fähigkeiten.

Und genau das fehlt leider bei Kirby's Dream Land. Wie gewohnt kann man Gegner einsaugen und auch wieder ausspucken, um andere Gegner zu Besiegen. Beim Herunterschlucken der Gegner passiert aber leider nichts. Man bleibt der alte Kirby und kann zu keiner Zeit Bomben, Bumerangs, Schirme oder andere Waffen schwingen, auch wenn die Gegner so aussehen wie auf dem NES. Nur zwei spezielle Extras sorgen dafür, dass Kirby mal Feuer spucken oder dauerhaft fliegend Luft spucken kann. Das ist schade, zerstört für mich aber weder das Spiel noch den Charme, den die ganze Kirby-Welt mit sich bringt. Denn Musik und Grafik passen einfach zu 100%.

Was ebenso schade ist: Das Spiel ist wirklich kurz. Während auf dem NES eine Oberwelt existiert, von der man in die einzelnen Level springt, kommen hier alle Level hintereinander. Alle 4 Level plus der Bosslevel, in dem man die Endgegner der vorherigen Level noch einmal besiegen muss, bevor man zum Endboss darf. Ich habe die Zeit nicht gestoppt, aber ich denke, das war am Ende nicht mal ne Stunde... Also wirklich sehr kurz! Man bekommt nach dem Durchspielen zwar den Hinweis, dass man einen schwereren Schwierigkeitsgrad per Tastenkombination freischalten kann (Hoch + Select + A im Startbildschirm) und bei einem schnellen Schauen zieht der Schwierigkeitsgrad auch wirklich an, aber insgesamt ist das Spiel doch extrem kurz.

Abschließend kann ich nur schreiben: Ich mag das Spiel, aber ich denke, das wird mein einziger Playthrough bleiben. Am Ende ist es doch zu kurz und bietet zu wenig Abwechslung, als dass ich es z.B. dem NES-Teil vorziehen würde.
 

Frank

Mitglied
Ghost of Yotei

Ich hatte zwei der großen Bösewichte erledigt, bin im nächsten Gebiet und blicke über das Tal in toller Grafik und ... war gelangweilt.

Den Einstieg fand ich (auch stilistisch) noch richtig stark, danach verliert das Spiel leider seinen Mut und wird immer formelhafter bis zu dem Punkt, als ich ab der Hälfte alles an Story vorhersehen konnte.

Noch dazu ist GoY wieder ein Musterbeispiel für Cutscene Inkompetenz. Aber klar, dramaturgisch darf nicht sein was nicht sein darf, und so schnetzelt man im Gameplay alles nieder, um in Cutscenes sichere Attentate und Siege zu verstolpern. Dazu gesichtslose, schablonenhafte Nebenfiguren (Hanna!).

Teil 1 habe ich da besser in Erinnerung und hätte mir wirklich mehr Mut gewünscht, denn das eigentliche Spiel und Gameplay ist nach wie vor sehr gut.
 
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Fox

und fertig
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Mein Gott, wie gut war das denn bitte? Wie eine gute Serie habe ich das Spiel über ein Wochenende verschlungen und "weggebinged" - zu hervorragend waren Cast, Story, Dialoge, der Art-Style, die Präsentation insgesamt. Als Telltale-Fan, der das Genre lange Zeit sehr vermisst hat, geht einem bei Dispatch durchgehend das Herz auf. Ich weiß nicht, wie die Entwickler so eine Grafik realisieren konnten, aber optisch ist der Titel ein einziger Genuss und passt perfekt zum Comic-Superhelden-Kontext. Der Voice-Cast ist - bis auf ein paar Ausnahmen - erstklassig, alle Charaktere bleiben im Kopf, es ist genial geschrieben und die Entscheidungen haben zumindest in Teilen Gewicht.

Man kann, ähnlich wie bei den Telltale-Spielen, sicher über den Gameplay-Part diskutieren, der sich auf QTE, das Dispatchen und Hacking reduziert, gleichzeitig aber auch perfekt in die Geschichte eingebunden ist. Er wirkt nie aufgesetzt, als Puzzler sogar erfrischend gegenüber den Telltale-Spielen und erfordert auf seine spezielle Art und Weise Aufmerksamkeit und Geschick.

Wenn ich wie bei einer guten Serie nach dem Finale erstmal im Sessel sitzenbleibe, emotional aufgewühlt bin und melancholisch werde, dass es vorbei ist, dann hat so ein Spiel verdammt viel richtig gemacht. Und von solchen Spielen gibt es viel zu wenige! Dispatch ist für mich neben E33 auf jeden Fall DIE Überraschung des Jahres, wurde bei den Game Awards 2025 definitiv vernachlässigt und wäre aus meiner Sicht ein klarer Anwärter auf das Spiel des Jahres. Schade, dass eine zweite Season - wenn überhaupt - sehr lange auf sich warten lassen wird. Der Erfolg von mehr als zwei Millionen verkauften Einheiten, Lobpreisungen aus Presse und von Spielern (98 % positiv auf Steam) macht aber Hoffnung. AdHoc Studios, bitte gebt uns mehr Z-Team!

10/10